Garten
Palmen am Mittelmeer: bestimmen, pflanzen und pflegen
Wie man Palmen am Mittelmeer an Blattform, Stamm und Blattstiel bestimmt, welche Standort- und Frostgrenzen gelten und welche Schädlinge auftreten.
Palmen am Mittelmeer lassen sich an der Blattform, am Stamm und am Blattstiel bestimmen. Fächerpalmen wie Washingtonia, Trachycarpus und Chamaerops tragen fächerförmige Blätter, während Arten der Gattung Phoenix gefiederte Blätter und auffällige Blattstiele mit Stacheln ausbilden. Für Standort, Wasserbedarf und Frostgrenze sind diese Merkmale ebenso entscheidend wie für die Wahl der Begleitpflanzen.
Wie lassen sich Palmengattungen am Mittelmeer unterscheiden?
Die erste Unterscheidung betrifft die Blattform. Fächerpalmen entfalten ihre Blattspreite wie einen Wedel, dessen Segmente von einem zentralen Punkt ausgehen. Zu ihnen gehören Washingtonia mit ihrem hohen, glatten Stamm, Trachycarpus mit faserigem Stamm und Chamaerops, die oft mehrstämmig und buschig wächst. Gefiederte Blätter dagegen sitzen an einer durchgehenden Blattspindel, an der die einzelnen Fiedern paarweise angeordnet sind. Diese Form ist für die Gattung Phoenix kennzeichnend, zu der die Dattelpalme gehört.
Der Stamm liefert das zweite Merkmal. Washingtonia bildet einen schlanken, hohen Stamm, der bei älteren Exemplaren durch abgestorbene Blattbasen auffällt. Trachycarpus zeigt einen dichten Fasermantel, der den Stamm umhüllt. Chamaerops bleibt niedriger und verzweigt sich häufig zu mehreren Trieben. Phoenix-Arten entwickeln einen kräftigen Stamm mit deutlichen Blattnarben und bilden an der Basis oft Seitentriebe.
Der Blattstiel ist das dritte Bestimmungsmerkmal. Bei Phoenix sitzen an den Blattstielen kräftige, nach hinten gebogene Stacheln, die beim Umgang mit der Pflanze Beachtung verlangen. Bei Washingtonia ist der Blattstiel glatt und mit scharfen Kanten versehen. Trachycarpus und Chamaerops besitzen Blattstiele ohne solche Stacheln, was die Unterscheidung im Garten erleichtert. Wer die Merkmale von Blattform, Stamm und Blattstiel kombiniert, kann die häufigsten Gattungen am Mittelmeer sicher auseinanderhalten; eine ausführliche Bestimmungshilfe zu Palmengattungen am Mittelmeer beschreibt diese Unterscheidung ebenfalls.
Welche Ansprüche haben Palmen an Standort, Wasser und Frostgrenze?
Der Standort entscheidet über das Wachstum. Die meisten am Mittelmeer gepflanzten Palmen bevorzugen einen sonnigen, warmen Platz mit gut durchlässigem Boden. Staunässe schadet dem Wurzelsystem, das bei Palmen als faseriges Wurzelwerk flach und weit ausgreifend verläuft. Bei der Pflanzung ist die richtige Tiefe wichtig: Der Wurzelansatz sollte nicht tiefer liegen als im Container, damit der Stamm nicht dauerhaft im feuchten Substrat steht.
Die Wasserversorgung richtet sich nach Jahreszeit und Boden. In den trockenen Sommermonaten sind regelmäßige, durchdringende Gaben sinnvoll, im Winter dagegen ist Zurückhaltung geboten. Ein Boden mit hohem Sandanteil trocknet schneller aus als ein lehmiger Standort. Eine Mulchschicht kann die Verdunstung verringern, darf aber den Stammansatz nicht bedecken.
Die Frostgrenze unterscheidet die Arten erheblich. Trachycarpus gilt als vergleichsweise winterhart und übersteht kurze Fröste, während Washingtonia und Phoenix empfindlicher reagieren. Entscheidend ist nicht allein die Tiefsttemperatur, sondern auch die Dauer des Frosts und die Zahl der Frostnächte. Ein geschützter Standort an einer Hauswand oder unter einer Überdachung mildert die Bedingungen. In Regionen mit regelmäßigem Frost sind Winterschutz und eine Abdeckung des Wurzelbereichs üblich.
Welche Schädlinge und Krankheiten treten an Palmen auf?
Der charançon rouge du palmier, auf Deutsch der Rote Palmrüssler, ist der bekannteste Schädling. Die Käfer legen ihre Eier in den Blattachseln ab, die Larven fressen sich in das Innere des Stammes und können die Pflanze zum Absterben bringen. Ein Befall zeigt sich zunächst an hängenden oder sich verfärbenden Wedeln, später an einem instabilen Kronenbereich. Kontrollen an den Blattachseln und am Stammansatz gehören daher zur regelmäßigen Pflege.
Weitere Schädlinge sind Schildläuse, die an Blättern und Blattstielen saugen, sowie Spinnmilben, die bei trockener, heißer Witterung auftreten. Ein Befall mit Schildläusen ist an klebrigen Belägen und Rußtaupilzen erkennbar. Gegen beide Schädlinge helfen regelmäßige Kontrollen und eine angepasste Bewässerung, die Trockenstress vermeidet.
Bei den Krankheiten sind Pilzinfektionen an Blättern und Wurzeln zu nennen. Ein dauerhaft feuchter Standort begünstigt Wurzelfäule, die sich durch welkende Wedel bemerkbar macht. Eine gute Drainage und ein zurückhaltendes Gießen im Winter verringern das Risiko. Bei Schnittmaßnahmen sind saubere Werkzeuge wichtig, damit keine Erreger übertragen werden.
Welche Begleitpflanzen der Macchia eignen sich?
Die Macchia des Mittelmeerraums liefert eine Auswahl an Begleitpflanzen, die ähnliche Standortbedingungen tolerieren. Der Olivenbaum wächst auf trockenen, steinigen Böden und verträgt sommerliche Hitze. Der Lorbeer bildet immergrüne Blätter und gedeiht im Halbschatten wie in der Sonne. Die Myrte bevorzugt geschützte Lagen und trägt duftende Blüten. Der Lentisk oder Mastixstrauch ist an trockene Küstenstandorte angepasst und bleibt kompakt. Der Johannisbrotbaum entwickelt sich zu einem größeren Baum und benötigt ebenfalls warme, frostfreie Bedingungen.
Diese Gehölze teilen mit den Palmen die Vorliebe für durchlässige Böden und milde Winter. In der Pflanzplanung können sie den Wurzelbereich der Palmen begleiten, ohne in starke Konkurrenz um Wasser zu treten, sofern die Abstände ausreichend gewählt werden. Eine Kombination aus Palmen und Macchia-Gehölzen prägt das Bild vieler Gärten an der türkischen Ägäisküste.
Wie wird eine Palme richtig gepflanzt und gepflegt?
Die Pflanzung beginnt mit der Wahl des Zeitpunkts. Der Frühsommer oder das frühe Herbstende gelten als günstig, weil die Pflanze dann vor der kalten Jahreszeit noch Wurzeln bilden kann. Das Pflanzloch sollte deutlich größer sein als der Wurzelballen, damit sich das faserige Wurzelsystem ausbreiten kann. Als Substrat eignet sich eine Mischung aus Gartenerde, Sand und organischem Material, die Wasser gut abführt.
Nach dem Einsetzen wird der Boden angedrückt und gründlich gewässert. In den ersten Monaten sind regelmäßige Wassergaben wichtig, später genügt eine Anpassung an die Witterung. Eine Düngung erfolgt in der Wachstumsphase, wobei ein Mangel an Nährstoffen an der Farbe der Blätter ablesbar ist: Vergilben ältere Blätter, deutet das auf einen Mangel hin, der über die Düngung ausgeglichen werden kann.
Beim Schnitt werden nur abgestorbene oder beschädigte Wedel entfernt. Ein zu starker Rückschnitt schadet der Pflanze, weil die Krone die Reservestoffe für die nächste Wachstumsphase liefert. Der Stamm sollte nicht verletzt werden, da Wunden Eintrittspunkte für Schädlinge und Erreger bieten. Mit diesen Maßnahmen bleiben Palmen am Mittelmeer über Jahre hinweg vital.