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Rauenthaler LagenbuchEin Nachschlagewerk über den Hang von Rauenthal und über das Rheingauer Etikett

Abschnitt 01 · Der Hang

Der Hang von Rauenthal, Lage für Lage

Was amtlich eingetragen ist, steht hier mit dem Text, der es einträgt. Was nirgends veröffentlicht wird, steht als nicht veröffentlicht da und wird nicht ergänzt.

Weiter Blick über gestaffelte Weinberge an einem Hang, der zu einem breiten Flusstal hin abfällt, mit einzelnen Baumgruppen zwischen den Parzellen

Dieser Abschnitt geht den Hang von Rauenthal Lage für Lage durch. Er tut dies nicht nach eigener Auswahl, sondern in der Reihenfolge und im Wortlaut der amtlichen Einträge. Jede Lagenseite folgt demselben Aufbau, und der vorliegende Text erläutert, was darin stets zu finden ist und was bewusst fehlt.

Die Weinbergsrolle und die Anlage 3 als Grundlage

Grundlage aller Angaben ist die Hessische Ausführungsverordnung zum Weinrecht und zur Reblausbekämpfung vom 2. Dezember 2010, dort insbesondere deren Anlage 3 mit dem Titel „Verzeichnis der Lagen und Bereiche“. Der Verordnungstext stellt in § 3 Abs. 1 fest: „Die Weinbergsrolle wird in digitaler Form geführt … Das Verzeichnis der Lagen, Bereiche und kleineren geografischen Einheiten ergibt sich aus Anlage 3.“ Die Weinbergsrolle selbst wird nach § 23 Abs. 4 WeinG in Verbindung mit § 18 der Verordnung vom Regierungspräsidium Darmstadt geführt. Was in der Anlage 3 nicht steht, ist für dieses Buch nicht Gegenstand einer Feststellung, sondern bleibt offen.

Der amtliche Eintrag unter der Nummer 1.22

Für die Gemarkung Rauenthal lautet der Eintrag im Abschnitt „Lagen und Bereiche des Rheingaus“ nach Anlage 3 der Hessischen Ausführungsverordnung zum Weinrecht wie folgt:

Amtlicher Eintrag Rauenthal nach Anlage 3 der WeinR/ReblBAV
SpalteInhalt
Nr.1.22
GemarkungRauenthal
BereichJohannisberg
GroßlageSteinmächer
Der Großlage zugeordneter GemeindenameRauenthal
EinzellagenBaiken · Wülfen · Rothenberg · Gehrn · Langenstück · Nonnenberg
Der Einzellage zugeordneter GemeindenameRauenthal

Die sechs Einzellagen bestätigt das Info-Blatt „GEOGRAPHISCHE ANGABEN“ des Regierungspräsidiums Darmstadt in dessen Nummer 3.4.2, die Rauenthaler Baiken, Gehrn, Langenstück, Nonnenberg, Rothenberg und Wülfen gesondert aufführt.

Einzellage, Großlage und Gemarkung sind drei verschiedene Ebenen

Die Gemarkung ist die Katastereinheit, die die Lagen trägt, hier das Gebiet von Rauenthal als Gemarkung der Stadt Eltville am Rhein. Der Bereich Johannisberg ist eine Untergliederung des bestimmten Anbaugebietes Rheingau. Die Einzellage ist die kleinste selbstständig benutzbare geografische Einheit eines Lagennamens. Die Großlage hingegen ist eine Sammelbezeichnung, die mehrere Einzellagen zusammenfasst, und sie kann weit über eine Gemarkung hinausreichen. Die Großlage Steinmächer umfasst nach Anlage 3 sieben Gemarkungen, von Eltville über Rauenthal, Martinsthal, Walluf, Frauenstein und Schierstein bis Dotzheim. Ein Wein mit der Angabe „Rauenthaler Steinmächer“ bezeichnet daher keine Rauenthaler Einzellage, sondern die große gemeinsame Einheit; das Info-Blatt des Regierungspräsidiums Darmstadt listet Steinmächer ausdrücklich unter den Großlagen, nicht unter den Einzellagen.

Was auf jeder Lagenseite stets vermerkt ist

Jede Seite eines Lagennamens nennt an erster Stelle den amtlichen Eintrag samt Nummer und Fundstelle. Darauf folgen Bereich und Großlage sowie der zugeordnete Gemeindename nach der Weinbergsrolle. Wo eine Einzellage über Gemarkungsgrenzen reicht, wird dies nach dem Vorbild der Anlage 3 vermerkt, die solche Namen als „gemarkungsübergreifend“ unterlegt. Zusätzlich werden die eingetragenen Gewannbezeichnungen angegeben, soweit das Info-Blatt des Regierungspräsidiums Darmstadt sie unter Nummer 3.5 für die Gemarkung Rauenthal ausweist. Für deren Gebrauch gilt die amtliche Regel:

„Wird eine Gewannbezeichnung angegeben, so ist die Gemeinde oder der Ortsteil anzugeben. Die Angabe des zugeordneten Lagennamens ist obligatorisch.“

Info-Blatt „GEOGRAPHISCHE ANGABEN“ des Regierungspräsidiums Darmstadt

Warum die Spalten Fläche, Lage und Steigung leer bleiben

Für keine der Rauenthaler Einzellagen ist Fläche, Exposition oder Hangneigung von einer amtlichen Stelle veröffentlicht worden. Der parzellenscharfe Inhalt der Weinbergsrolle liegt beim Dezernat Weinbau in Eltville und ist nicht online zugänglich. Im Umlauf befindliche Hektarzahlen privater Portale und Sammlungen tragen keine amtliche Fundstelle und werden hier deshalb nicht wiedergegeben, auch nicht als Vergleichswert. Eine leere Spalte ist in diesem Buch keine Lücke des Autors, sondern das getreue Abbild des Quellenstands. Dasselbe gilt für Bodenangaben: geologische Beschreibungen je Lage stammen, wo aufgeführt, vom regionalen Portal rheingau.de und sind ausdrücklich als dessen Angabe gekennzeichnet, während das HLNUG in „Die Weinbergsböden von Hessen“ für den Oberen Rheingau und den Taunusanstieg Schiefer, Phyllit, Serizitgneis sowie Löss und Lösslehm nennt, ohne Rauenthal namentlich auszuweisen.

Was diese Seite ihrerseits nicht bietet: Sie nennt keine Klimazahlen für Rauenthal, weil keine amtlichen Messwerte für die Gemarkung veröffentlicht sind. Die amtlichen Werte des Anbaugebietes Rheingau, gemessen an der Station Geisenheim für den Zeitraum 1991 bis 2020 und veröffentlicht vom Dezernat Weinbau des Regierungspräsidiums Darmstadt, betreffen das ganze Anbaugebiet und werden daher nicht auf den Rauenthaler Hang übertragen. Die einzelnen Lagenseiten folgen weiter unten.

In diesem Abschnitt

  1. Rebzeilen auf einer nach Süden geneigten Kuppe, dahinter ein schmaler Waldsaum und ein grauer Himmel über dem Rheintal

    Rauenthaler Baiken, Einzellage der Gemarkung Rauenthal

    Eine von sechs eingetragenen Einzellagen, mit zwei eigenen Gewannbezeichnungen und ohne eine einzige amtlich veröffentlichte Zahl.

  2. Reihen alter Rebstöcke an einem sanften Hang mit hellbraunem lehmigem Boden zwischen den Zeilen und einem Feldweg am unteren Rand

    Rauenthaler Wülfen, Einzellage der Gemarkung Rauenthal

    Eine Lage, über deren Boden nur private Portale schreiben, und deren amtlicher Eintrag aus fünf Feldern besteht.

  3. Weinberg an einem Mittelhang mit Steinmauer am unteren Ende und dunklem plattigem Gestein im aufgebrochenen Boden zwischen zwei Rebzeilen

    Rauenthaler Gehrn, Einzellage der Gemarkung Rauenthal

    Eine Lage, an der sich am besten zeigt, was eine Gewannbezeichnung ist und was sie auf einem Etikett verlangt.

  4. Aufgebrochener rotvioletter plattiger Schieferboden zwischen jungen Rebstöcken, aus nächster Nähe im flachen Tageslicht aufgenommen

    Rauenthaler Rothenberg, Einzellage der Gemarkung Rauenthal

    Die Lage, an der sich am deutlichsten zeigt, wie eine Zahl ohne Quelle durch das Netz wandert und warum dieses Buch sie nicht abschreibt.

  5. Langer gleichmäßiger Weinberghang, dessen Rebzeilen sich über eine Geländekante hinweg fortsetzen, unter tief stehender Nachmittagssonne

    Langenstück, ein Lagenname in drei Gemarkungen

    Der einzige Lagenname der Gemarkung, der gemarkungsübergreifend geführt wird, und der einzige, bei dem der Gemeindename nicht weggelassen werden darf.

  6. Nach Süden geneigter Weinberg mit kurzem Gras zwischen den Rebzeilen und einem einzelnen Obstbaum am oberen Rand des Grundstücks

    Rauenthaler Nonnenberg, die Lage, die oft vergessen wird

    Sie steht im amtlichen Verzeichnis an sechster Stelle, und sie fehlt in fast jeder Aufzählung, die aus zweiter Hand abgeschrieben wurde.

  7. Weite Landschaft aus aneinandergereihten Weinbergen über mehrere Gemeindegrenzen hinweg, im Hintergrund die Dächer mehrerer Ortschaften am Hangfuss

    Rauenthaler Steinmächer, eine Großlage über sieben Gemarkungen

    Der Name klingt nach einem Ort und bezeichnet eine Sammeleinheit, die vom Rheingau bis nach Wiesbaden reicht. Das Recht verlangt seit der Reform ein Wort davor.

  8. Senkrechter Anschnitt eines Feldweges, der eine helle feinkörnige Lössschicht über dunklerem verwittertem Gestein freilegt

    Boden und Gestein: welche Namen amtlich sind

    Der geologische Dienst des Landes kennt vier Begriffe für diesen Hang. Der Begriff, den Weinbeschreibungen am liebsten verwenden, gehört nicht dazu.

  9. Bewaldeter Bergrücken, der sich hinter einer offenen Weinberglandschaft erhebt, mit Nebelbändern in den Einschnitten am frühen Morgen

    Klima und Ausrichtung: was gemessen wird und was nicht

    Es gibt belastbare Klimazahlen für das Anbaugebiet. Es gibt keine für diesen einen Hang, und dieser Unterschied ist keine Kleinigkeit.

  10. Breiter ruhiger Fluss in einem weiten Tal, von einem höher gelegenen Weinberg aus gesehen, mit flachem Uferland und Dunst am Horizont

    Rauenthal als Ort, als Gemarkung und als Name

    Der Name auf einem Etikett ist zugleich ein Verwaltungsbegriff. Diese Seite trennt beide und meldet den Widerspruch, den die Quellen über das Alter des Ortes führen.

  11. Aufgeschlagenes amtliches Verzeichnis mit engen Spalten und handschriftlichen Randvermerken auf einem Lesetisch unter einer Arbeitsleuchte

    Die Weinbergsrolle, und warum hier keine Hektarzahl steht

    Die Zahlen, die im Netz zu jeder dieser Lagen kursieren, sind nicht falsch, weil sie klein sind, sondern ungeprüft, weil niemand sagt, woher er sie hat.

  12. Gestaffelte Weinberge, die sich über mehrere Hügelrücken hinweg bis zum Horizont ziehen, aufgenommen von einem erhöhten Standpunkt bei bedecktem Himmel

    Rebsatz und Fläche des Rheingaus, und vier Zahlen für dieselbe Fläche

    Vier Veröffentlichungen nennen vier verschiedene Hektarzahlen für dasselbe Anbaugebiet. Alle vier stehen hier nebeneinander, keine wird ausgewählt.

Der andere Abschnitt dieses Buches steht unter Das Etikett.